Peru (Woche 2)

Tag 8

Heute kam 2 Volunteers von ihrer Südamerika Rundreise zurück. Wir gingen gemeinsam essen und anschliessend zu Libi’s Schwester, welche eine Reiseargentur besitzt. In der Reiseargentur liessen wir uns beraten wie man am besten Machu Picchu bereist. Vom Ursprünglichen Plan, dass die zwei gemeinsam reisen, wurde ziemlich schnell abgelassen und es entstand die Idee, dass wir zur zweit den Inka Jungle Trail machen könnten. Dieser Trail beinhaltet Mountainbiking Riverrafting und Zip-Lining. Wir buchten diesen noch am selben Tag für 600 Soles.

Mit gebuchter Reise trafen wir uns auf dem Plaza de Armas und waren ab jetzt zu viert unterwegs. Wir erzählten was wir gerade gemacht haben und entschlossen uns dann gemeinsam Abendessen zugehen. Den Abend liessen wir im Limbus, eine Bar hoch oben am Berg, ausklingen. Ich trank drei oder vier Mojitos und ass einen Burger. Es war eine sehr aufgestellte Gruppe. Als schlussendlich Heleen und Miguel mit samt Mitbewohnern ankamen wurde ich gefeiert wie ein Star. Leider hiess es für mich am nächsten Morgen um vier Uhr aufstehen damit ich um fünf auf dem Plaza de Armas war. So entschloss ich es bei den drei, vier Mojitos zu lassen und bei Zeiten zu gehen. Mit mir gingen die 2 Volunteers die heute ankamen und George. Ich bezahlte an der Kasse und als alles abgerechnet war begaben wir uns auf die Suche nach einem Taxi.

Im Voluntairs-Haus angekommen mussten wir noch eben packen. Beim Packen fiel mir auf, dass meine Brieftasche nicht in der Hose war. Ich dachte mir noch nicht viel dabei und ging davon aus es irgendwohin gelegt zu haben. Das war nicht der Fall. Ich suchte alles ab und fand keine Brieftasche. Auch den Weg vom Taxi zum Haus lief ich nochmals ab. Auch dies brachte keine Resultate. Ich machte einige Telefonate um die Karten zu sperren. Da meine Perunummer nicht in die Schweiz anrufen kann und mein Schweizertelefon fünf Franken pro Minute kosten würde rief ich meinen Bruder an. Dieser leitete mit meinem Vater und dessen Vollmacht über meine Konten eine totale Sperrung ein. Danach gab mir Georg 435 Sole um die Machu Picchu Reise finanzieren zu können. Ich legte mich in mein Bett und unterhielt mich noch etwas über meinen Verlust. Sie fand es seltsam, dass ich so beherrscht und ruhig bleiben konnte im Angesicht der Umstände. Ich schlief fabelhaft aber kurz.

Tag 9 / Machu Picchu Tag 1

Machu Picchu here we go! Um vier Uhr dreissig war Tagwach. Mein Schädel donnerte etwas aber dies verging nach einiger Zeit wieder. Den Verlust meines Portemonnaises habe ich noch nicht ganz verdaut. Auch hatte ich aber keine Lust mir den Tag von dieser „Lappalie “ vermiesen zu lassen. Bevor wir zu zweit das Taxi Richtung Zentrum nahmen telefonierte ich nochmals in die Schweiz um mir den neusten Stand geben zu lassen. Die Karten waren alle gesperrt inklusiv „Travelcash“ und „Viseca“. Ich war zufrieden um den Rest würde ich mich zu einem späteren Zeitpunkt kümmern.

Auf dem Plaza de Armas war Totenstille. Einige Hunde gingen über den Platz und hin und wieder fuhr ein Reisebus vorüber. Wir verstanden uns nach einer kurzen Zeit recht gut. Wir machten Witze über ein mögliches nicht Eintreffen unseres Busses und beklagten uns gemeinsam über die Kälte. Mit jedem vorbei fahrenden Bus wurde ich dann etwas nervöser. Eigentlich hätten wir schon vor mehr als zwanzig Minuten abgeholt werden sollen. Die Reisebusse kamen in immer länger werdenden Abständen und ich ging zu einem hin um mich zu erkundigen ob er was von unserem Bus wisse. Dazu zu sagen wäre noch das wir scheinbar die einzigen zwei Menschen waren die auf genaue diesen Bus warteten. Als sich der andere Reiseführer telefonisch nach dem verbleib unseres Busses erkundigen wollte hielt ein Fahrzeug neben ihr und sie winkte mich zu sich. Ich bedankte mich herzlich beim anderen Reiseführen und ging zu ihr rüber. Es war der Richtige.

Nach einer mittellangen Busfahrt hielten wir irgendwo im nirgendwo bei einem Haus das viel zu schön war für Peru. Wir wurden angewiesen wir könnten in diesem Haus frühstücken. Ich bekam etwas Angst eine Lebensmittelvergiftung abzukriegen und lies es deshalb bleiben. Meine Reisekollegin schloss sich meiner Entscheidung an. Wir assen einige Kekse und unterhielten uns mit anderen aus unserer Reisegruppe. Diese machten die viertägige Inka Jungle Tour was bedeutete das wir uns heute abend bereits wieder trennen würden. Ich kaufte im nahe gelegenen Laden noch einiges zusammen was im morgigen Stress unterging und schon fuhren wir weiter. Es dauerte nicht mehr allzulange und wir ereichten einen Bergpass.

Oben auf dem Bergpass mussten wir alles uns mit dicken Panzerungen der Marke „Fox“ –Wobei ich bezweifle das es sich um echtes Material handelte– einkleiden. Die Rüstung war eng und mühsam ich hatte eigentlich schon kein Bock mehr auf das Radfahren und überlegte alles mit dem Bus zu fahren. Meine Anfrage nur einen Helm zu tragen wurde nicht akzeptiert. Ich riss mich etwas zusammen und suchte mir ein Rad aus. Ich habe die Rüstung unter meinem dicken Wollenpullover aus London angezogen und es war nicht mehr ganz so einengend. Nach kurzen Sicherheitsinstruktionen ging die Abfahrt los. Die Abfahrt war sehr schön und die Landschaft unbeschreiblich. Nach etwa einer Stunde fahrt gab es eine Pause. Mit einzigartiger Aussicht. Nach dieser Pause ging es zwei weitere Stunden den Berg hinunter. Viele Kurven waren unter Wasser weil ein Bach darüber fliesst. Der Reiseführer nannte jene „Muerto de Gringo“ Ich nahm diese Kurven immer mit grösster Vorsicht um nicht allzu nass zu werden. Immer als ich wieder trocken war kam wieder so eine Muerte-Kurve und ich war wieder bis zum Hals hoch nass. Es hatte trotzdem super viel Spass gemacht. Gegen Ende mussten wir alle noch ziemlich in die Pedalen treten um das ziel zu erreichen. Meine Reisekollegin trat etwas besser und schneller und gewann so den nicht existenten Wettkampf.

Unten im Tal gab es ein Mittagessen. Ich ass Spaghetti mit Tomatensosse.Wir setzen uns neben ein Pärchen aus Quebec. Beide waren ziemlich entspannt drauf und erfreuten sich ab unserer Gesellschaft. Sie sprachen ursprünglich Französisch konnten aber hervorragen Englisch. Ich sagte ihnen wie cool es doch sei Anders zu sein und in ihrem Fall sogar bilingual. Nach dem Essen gingen wir verabschiedeten wir uns und gingen Getränke kaufen. Ich wollte ein „Red Bull“. Auch wenn das Zeugs hier fast nicht bezahlbar ist gönnte ich mir eines. Meine Reisekollegin kaufte sich eine Inkacola und da sie diese überhaupt nicht mochte tauschte ich mein „Red Bull“ mit ihr. Inkacola ist glaube ich das ekligste Süssgetränk das ich je getrunken habe. Doch alleine die Erfahrung sagen zu können man habe das ekligste Süssgetränk getrunken war es wert. Als alle nochmals auf der Toilette waren ging es weiter in Richtung des Riverraftings. Ich weiss nicht mehr wie lange wir gefahren sind oder über was und mit wem ich geredet habe.

Beim Riverrafting angekommen montierte ich meine Badehosen und eine Rettungsweste. Zu der Rettungsweste kam auch noch einen Helm dazu. Von der provisorischen Umkleide ging es einige Meter nach unten zum Fluss. Unten standen sechs Boote die je sechs Personen und einen Guide transportieren konnten. Es gab eine strikte Vorgehensweise. Grob zusammengefasst der Guide erteilt Befehle wie ein Kapitän und lenkt das Boot. Und wir aus der Gruppe befolgten die Befehle und führten diese auch aus. Die Befehle bestanden aus vorwärts sowie rückwärts rudern. Bei Kontrollverlust des Kapitäns oder bei wildem Wasser gab es den Befehl sich ins Boot zu legen. Die Fahrt ging los und es machte mir sofort unvergleichlichen Spass. Ich liebe Wasser ja, aber dass mir dieses raften so viel Freude beschert hätte ich nie gedacht. Meine Reisekollegin sass mir gegenüber im Boot. Sie spickte zwar viel umher fiel jedoch nie vom Boot. Niemand fiel vom Boot auch wenn einige Manöver des Guides meines Empfinden nach recht riskant waren. Die lässigste Aktion war ein sogenannter „Wallride“ dieser wird an einem Ort gemacht wo sich das Wasser an einem Fels ansammelt und so etwas höher ist als der restliche Fluss. Auf diese Ansammlung Wasser fährt man mit festem vorwärst Rundern hoch und fällt dann auf der Seite der Welle runter. Die Tour war schneller vorbei als mir lieb war. Ich überlegte nach Kolumbien zu fahren um dort einen schnelleren und wilderen Raft mitzumachen.

Als wir uns alle in einer Bauruine, die so wie es scheint von den Raftern besetzt wurde, umgezogen haben ging es mit dem Bus weiter nach Santa Theresa. Wir trennten uns von den einen der Gruppe, weil diese die vier Tages Tour machten. In Santa Theresa überlegten wir das Abendessen ausfallen zulassen um mehr Zeit in den heissen Quellen zu verbringen. Da uns aber am Esstisch auch sämtliche Informationen für den morgigen Tag gegeben wurden nahmen wir trotzdem Teil. Wir assen schnell und schlossen noch eben zwei drei Freundschaften und verliessen den Esstisch sobald wie möglich. Mit Badekleidern im Rucksack suchten wir ein Taxi. Mit dem Taxi ging es zu den heissen Quellen und wir badeten. Es waren ziemlich wenig Menschen dort. Meine Reisekollegin lernte Steine zu schiefern. Und wir unterhielten uns mit einem kleinen Jungen der ebenfalls schieferte. Die Zeit verging wie im Flug. Kurz vor elf gingen wir uns umziehen. Es war bitter kalt. Mit einem Bus den wir gerade noch so erwischten ging es zurück nach Santa Theresa.

In Santa Theresa erzählte mir meine Reisekollegin eine Gutenachtgeschichte, welche von Bettwanzen handelte und wir gingen schlafen.

Tag 10 / Machu Picchu Tag 2

Heute konnten wir schon fast etwas ausschlafen. Um acht ging es weiter mit Frühstück. Leider reichte die Zeit nicht um alles das Zeugs von gestern Abend zu trocknen, etwas angewidert stopfte ich alles in eine Plastiktüte und dann die Tüte in meinen Rucksack. Ich glaube ich habe hervorragend geschlafen. Das frühstück war erstaunlich lecker. Aber die Zeit um es zu essen etwas gar limitiert. Mit halb gegessenem Frühstück, welches ich leider zurücklassen musste, ging es im Bus weiter Richtung Zip-Lining.

Beim Ziplining wurden wir alle mit sämtlichen Utensilien ausgestattet. Sobald alle angezogen waren ging es ab auf den Berg. Die Busfahrt fühlte sich ewig lang an und ich habe eigentlich keine Lust geschätzte 100 Meter ab Boden an einem Stahlseil über das Tal zu donnern. Um es nicht zu umschreiben, ich hatte Angst. Auch das Unterzeichnen der Einverständnis, welche besagte meine Familie könne im Falle meines Todes nicht klagen, hat dieses Gefühl noch gestärkt. Vor dem ersten Stahlseil gab es Instruktionen für alle. Ich wusste nicht, dass man da selbst bremsen muss. Was mein Drang mit dem Bus runter zu fahren auch noch weiter verstärkt. Ich riss mich zusammen und schloss mit mir selbst frieden. Ich erinnerte mich noch eben an die schönsten Moment in meinem Leben und schon raste mit geschätzten 50 km/h am ersten Stahlseil entlang. Für das zweite nahm ich mir fest vor mit offenen Augen zu rutschen und nicht zu schreien. Da das ganze mit offenen Augen noch heftiger war konnte ich mein zweites Ziel erst bei der dritten Line erreichen. Bei der vierten Line rutschte ich Seite an Seite mit meiner Reisepartnerin, ihr schien das ganze nicht so viel Eindruck gemacht zu haben wie mir. Bei der fünften und letzten Line lieferte ich mir ein gewaltiges Wettrennen mit einem verrückten Holländer, sein Name war Shaun. Shaun startete etwas vor mir. Also machte ich mich so klein wie es nur ging um ihn einzuholen. Der Guide sagte bei diesem Seil würde man etwas 90km/h fliegen. Ich war weit drüber. Wenn Shaun die angegebenen 90 km/h flog, musste ich etwa 110 km/h drauf gehabt haben. Als sich die Line dem Ende näherte sah ich das die beiden Guides nicht allzu entspannt mir mit ihren Händen etwas gestikulierten. Ich verstand das als ich solle bremsen. Ich bremste so fest und schnell ich konnte. Es reichte nicht. Mit einer nicht zu unterschätzender Restgeschwindigkeit knallte ich auf die Notfall-Leinen auf. Die Leine wurde von den zwei Guides gehalten und sie kriegten es hin mich nicht sterben zu lassen. Während des bremsen habe ich den rechten Lederhandschuh am Seil durchgewetzt. Meine Hände taten höllisch weh und brannten. Die anderen aus der Gruppe sahen mich an als hätten sie noch nie einen lebendigen Toten gesehen. -Ja Mama, die Erzählung ist etwas übertrieben-

Als mein Adrenalin wieder etwas runter gefahren war ging es über eine Hängebrücke. Ich nervte mich über die Unfähigkeit einiger Leute einen Karabinerhacken zu öffnen. Deshalb dauerte das Überqueren ewig lang. Unten angekommen ging es mit dem Bus weiter. Bei einem Kraftwerk stiegen wir alle aus und begaben und nach einem sehr zwiebellastigen Mittagessen auf eine dreistündige Wanderung durch den Jungle. Die Wanderung ging alles den Gleisen eines Zugs entlang. Der Zug kam hin und wieder auch mal vorbei und alle Wandere mussten zur Seite. Ich fand die Wanderung nicht so toll weil wir sie nicht individuell laufen konnten und wir uns immer mal wieder alle versammelten. Die Wanderung führte an einer Brücke vorbei. Wie uns erklärt wurde war diese Brücke das Portal zum Machu Picchu. Uns wurde gesagt, wir müssen am nächsten Tag gegen vier Uhr hier hin zurück laufen. Wer später käme würde es nicht rechtzeitig bis sechs Uhr hoch schaffen, weil die Reihe zur Billetkontrolle zu lang wäre. Von der Brücke aus war es noch eine halbe Stunde bis „Agua Calientes“. „Agua Calintes“ ist ein ziemlich schmuckes Dörfchen am Fusse des Machu Picchus. Im Dörfchen wurde unsere Reisegruppe in zwei unterschiedliche Hostels aufgeteilt. Für uns bleib einzig ein dreier Zimmer übrig. Dieses teilten wir uns mit dem verrückten Holländer Shaun. Es handelte sich genaugenommen um ein Zimmer für zwei mit einem zusätzlichen Bett. Kaum angekommen wollte ich duschen. Es war grossartig. Nach mir duschten auch die anderen Zwei. Frisch geduscht ging es ab auf den Markt. Ich stritt mit einem Jungen solange um 3 Soles bis er mir schlussendlich den Preisnachlass gab. Ich kaufte eine Avocado und ass diese „Peruvian-Style“, Shaun kaufte sich ein Sandwich und meine Reisepartnerin kaufte für sich und mich Proviant zusammen. Als wir genug eingekauft hatten setzten wir uns in ein Café und unterhielten uns. Da wir schon viel über uns wussten, drehte sich das Gespräch grösstenteils um Shaun. Er ist ein interessanter Kerl. Er arbeitete früher in einer angesehenen Firma und machte sich gerade selbstständig. Er hat fünf von sieben Weltwundern bereist und reiste meistens alleine.

Vor dem Abendessen mussten wir uns noch die Tickets kaufen um morgen hoch zu kommen. Dies war ein ziemlich seltsamer Vorgang. Der Guide, sein Name war Pablo drückte mir 600 Soles und fünf Reisepässe in die Hand und wies mich an Billete für fünf Leute zu kaufen. Er sagte noch etwas wie er könne dies nicht selbst erledigen. Da in Peru so vieles seltsam ist für mich, machte ich mir darüber keine weiteren Gedanken. Mit gekauften Billeten verliess ich die Verkaufsstation wieder und übereichte Billete samt Retourgeld Pablo.

Das Abendessen war grauenhaft. Ich bekam einen gemischten Salat auf einem Kaffeteller serviert. Das gemischte daran waren Dosenkarotten und ein Tomatenschnitz. Während des Essen wies mich meine Reisepartnerin darauf hin, dem Spektakel folge zu leisten, wie dem Pizzaiolo eine Pizza auf den Boden fiel, er diese aufhob, auf einen Teller legte, und so servieren liess. Mir war der Appetit vergangen. Ich beschloss mir später Kekse zu kaufen. Trotzdem grausamen vergehen an einer Pizza hätte ich die Stimmung an unserem Tisch als heiter beschrieben. Alle Leute kannten sich bereits ein wenig. Man unterhielt und amüsierte sich. Die Cola die ich bestellt hatte kostete mich acht Soles. Was man ohne schlechtes Gewissen als Wucherpreis beschreiben darf.

Im Hostelzimmer gab es noch einige zum grössten Teil unsinnige Unterhaltungen mit Shaun. Er untersuchte sein Bett nach Bettwanzen und erzählte einige seiner Erlebnisse mit diesen ekligen Tieren. Es war zum schreien und wir alle drei kriegten uns fast nicht mehr ein. Um neun Uhr war fertig. Shaun sprach ein gutes Schlusswort zum Tag und wir schliefen ein. Das Gefühl zu schlafen war als würde man unter einem Teppich liegen. Das Bett hatte einen super schweren Überzieher.

Tag 11 / Machu Picchu Tag 3

Um 3:25 klingelte mich mein Wecker aus dem Schlaf. Es war ziemlich früh. Ich nutzte die Gelegenheit und sendete einige Whatsapps in die Schweiz. Sobald fertig gepackt war begaben wir uns auf den Weg zur Brücke. Wir verliessen das Hostel etwa um 3:45 Uhr. So waren wir eine Viertelstunde früher dran als alle Guides empfahlen. Es war total finster im Wald. Einzig unsere Taschenlampen spendeten etwas Licht. Nach einem 25 minütigen Spaziergang kamen wir bei der Brücke an und stellten uns an. Gemeinsam mit uns warteten auch die New Yorker. Ich erfuhr das der Lehrer aus New York City 90’000 USD im Jahr verdient. Ich war erstaunt. Auch sagte, dass er und seine Frau aus den Staaten weg ziehen würden wenn Donald Trump Präsident werde. Er schätzte diese Chance aber doch sehr gering ein. Wir unterhielten uns weiter über diverses. Unterdessen wurde richtig übel von Mücken zerstochen. Dies trotz des Einsatzes meines „Anti-Brum“-Mückenspray.

Um 5 Uhr ging das Portal auf. Es hatte sich hinter uns schon eine ansehnliche Schlange aus Menschen gebildet. Auf der anderen Seite der Brücke begann der Aufstieg. 1762 Stufen des Grauens. Am Anfang hielten wir noch gut mit den anderen mit. Doch nach zehn Minuten war bei mir eine Pause fällig. Ich war sehr froh das meine Reisepartnerin mit mir hoch lief, alleine hätte ich vermutlich das Handtuch geworfen und wäre wieder runter. Mit einigen Pausen, viel Fluchen, zwei Liter Wasser und etwas gutem zu Zureden kam ich nach 71 Minuten nass wie ein begossener Pudel oben an. Ich wollte mich eigentlich nur hinlegen. Dafür blieb jedoch keine Zeit da wir schon eher etwas spät zur Führung kamen. Shaun war bereits oben und grinste vor sich hin, er hatte 43 Minuten für den aufstieg gebraucht. Als wir im Machu Picchu Gelände waren musste ich mein T-Shirt wechseln. Dies ist eigentlich verboten und kann den rausschmiss bedeuten aber es musste sein. Im trockenen Wollenpullover war alles schon viel angenehmer.

Ich schoss Foto um Foto. Alle Touristen die bereits im Areal waren befanden sich noch in ihren geführten Gruppen. Deshalb konnte ich viele Bilder eines menschenleeren Machu Picchu machen. Ich lief zwar mit der Führung mit, schenkte ihr aber herzlich wenig Aufmerksamkeit. Viel zu überwältigend ist der Ausblick gewesen. Nach Beendigung der Führung verliessen wir zwei das Areal um etwas zu essen und die Toiletten auf zu suchen. Draussen kauften wir uns auch gerade die Bustickets für den Runterweg. Dies erschien sinnvoll da wir von der Brücke aus noch etwa drei Stunden retour laufen mussten. Nach dem Essen gingen wir noch eben kurz rein und schossen einige weitere Fotos.

Um zehn Uhr nahmen wir den Bus nach unten. Der Bus hielt leider nich wie erwartet bei der Brücke sonder fuhr alles zurück bis „Agau Caliente“. Mir kam das eigentlich grad recht. So kaufte ich noch ein neues T-Shirt und zog jenes auch gleich an. Erst wollte ich ein T-Shirt oben beim Machu Picchu kaufen. Dies war jedoch selbst für mich zu teuer. Die drei Stunden wandern vergingen schnell. Auf dem Weg badeten wir noch unsere Füsse in einem Fluss. Zurück beim Kraftwerk warteten wir auf unseren Bus. Wir fuhren mit vielen aus unserer Gruppe zurück nach Cusco. Bei einem Zwischenstopp traf ich per Zufall noch auf zwei Schweizer. Sie hatten übertriebene Freude einen Eidgenossen in Südamerika gefunden zu haben. Mein Enthusiasmus hielt sich aber sehr in Grenzen. Auf der Weiterfahrt versuchte ich zu schlafen. Mehr als eine Stunde schaffte ich aber nicht. Nach sechs Stunden Fahrt kamen wir beide gegen Übel- und Müdigkeit kämpfend in Cusco an. Ich schnappte ein Taxi und wir fuhren ins Volunteers-Haus zurück. Nach einer kurzen Begrüssung ging ich schlafen.

Tag 12

Heute stand schon fast wieder Alltag auf dem Tagesplan. Ich erwachte relativ früh und nutzte die Gelegenheit um mich mit einer Volunteer zu unterhalten und um von meinen Abenteuer zu erzählen. Auch machten wir ab ich könne ihr Geld überweisen und sie würde mir dieses an einem Automaten abheben. Ich war sehr dankbar um diese Hilfe. Und tat dies auch gleich. Alle Freiwilligen ausser jemand, waren krank. Das war ganz in Ordnung so. In der Schule konnte ziemlich erfolgreich von meinem Wochenende erzählen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass uns heute Libi unterrichtete. Da ich einfach finde sie macht dies mit soviel Herzblut wie sonst keiner and der Schule. Wir behandelten das Thema der Irregulären Verben. Es gibt ziemlich viele davon. Als die Schulstunden vorüber waren gingen wir mit Alberto in ein Museum. Im Museum kauften wir uns einen Touristenpass in welchem diverse Aktivitäten inbegriffen sind. Der Pass kostete 130 Soles. Die erste dieser Aktivitäten nahmen wir dann auch gleich in Angriff. Alberto weiss sehr viele Sachen über Cusco und dessen Geschichte.

Mittagessen gab es im „Greenpoint“ gemeinsam mit Heleen und einigen NGO-Leuten. Ich machte mir viel zu viel scharfe Sauce auf den Salat und schmeckte deshalb nicht mehr viel vom restlichen Menu. Der Nachmittag verbrachten wir grössten Teils im Taxi oder auf der Polizeistation. Heleen sagte mir ich brauche eine Kopie der Strafanzeige um in der Schweiz die neue Identitätskarte und den neuen Führerschein zu beantragen. Der Polizist auf der Wache war für peruanische Verhältnisse freundlich. Nur mit Heleen wurde er nicht so wirklich warm. Er verstand ihre Rolle in unserem Fall nicht, wollte diese jedoch auch nicht erklärt haben. Nach Abgabe der Anzeige fuhren wir zur Bank um dort Geld einzuzahlen. Das Anstehen dauerte nur etwa 45 Minuten. Das Geld wurde nicht wie es in Europa üblich wäre auf ein spezifisches Konto eingezahlt, sondern einfach an die Bank. Mit dem Beleg der Bank ging es zurück zum Polizeiposten. Dort legten wir die Quittung vor und unsere Belege wurden sehr beschwerlich und mit mühseligen Blicken ausgedruckt.

Am Abend auf dem Weg in die Innenstadt brachte ich die stinkende Wäsche von der Reise in eine Wäscherei. Am Plaza de Armas trafen wir auf George mit ihm gemeinsam gingen wir als grosse Gruppe in eine Bar um etwas zu essen. Wir blieben nicht lange weil alle krank, beziehungsweise müde waren. Zurück im Haus packten die zwei Volunteers, welche vor meiner Machu Picchu Tour ankamen, ihre Sachen und reisten weiter.

Tag 13

Auch heute waren alle krank ausser noch jemand und ich. Zu zweit gingen wir in die Schule. Auf dem Weg zur Schule wurde ihr Mobiltelefon gestohlen. Sie war einen Moment unachtsam gewesen und liess es im vollgestopften Bus in der Jackentasche. Als sich der Bus leerte realisierte sie ihren Fehler. Ich versuchte ihr etwas Mut zuzureden. Was aber nicht wirklich funktionierte. Ich war der Meinung über den Verlust meines Handys wäre für mich weniger schlimm gewesen als der Verlust meiner Brieftasche. Ich bot ihr an mein zweites mitgebrachtes Telefon zu nutzen sobald sie eine neue Sim-Karte habe. Die Schulstunde war wieder wie Privatunterricht. Ich genoss es sehr. Mit ihr habe ich auch weniger Mühe Fehler zu machen. Dies fällt mir in einer grösseren Gruppe meist schwerer.

Nach der Schule kam uns Heleen abholen und wir gingen zu dritt essen. Nach dem Mittagessen teilten wir uns ein Taxi ins Haus. Im Haus tat ich dies und das und schrieb meine Erlebnisse der letzten Tage nieder. Während des Nachmittags verliess ich insgesamt drei Mal die Wohnung um Besorgungen zu machen. Beim dritten Mal konnte ich dann auch meine Wäsche wieder abholen. Sie wurde sehr sauber.

Gegen Acht verliess ich mit die Wohnung ein letztes Mal um etwas essen zu gehen. Es gab eine Käsetasche.

Tag 14

Alle waren wieder mehr oder weniger wohl auf. Einzig der Strom viel aus.In der Schule repetierten wir nochmals alle Irregulären Verben. Ich war ziemlich zufrieden mit mir. Es macht den Anschein als bekäme ich diese langsam in den Griff.

Die Stadtexkursion war wie fast jeden Tag spannend. Wir besuchte ein Museum und Alberto konnte uns viel erzählen. Ich witzelte mit Alberto etwas über Chilenen und wir hatten eine tolle Zeit. Das Mittagessen war nicht aussergewöhnlich. 

Der Abend zog sich sehr lange hin. Wir gingen durch mehrere Bars und endeten schlussendlich in einem Nachtklub. Um drei Uhr morgens lag ich schlussendlich betrunken und dank „watercut“ ungeduscht im Bett.

 

Jan Deuber - Gastautor

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